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Blonder Charme, eine äusserst typvolle, lebendige Ausstrahlung, gepaart mit Robustheit, Vielseitigkeit und Leistungsbereitschaft, machen den Haflinger zu einer der beliebtesten Kleinpferderassen der Welt. Egal unter welchem Sattel oder in welchem Geschirr - so ein <<qsüdgermanischer Palomino>> meistert tatsächlich jede nur erdenkliche Pferde-Lebenslage.
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Niemand würde den Namen des kleinen Dorfes Hafling in den Etschtaler Alpen heute so gut kennen, wenn nicht eine Pferderasse von dort aus ihren Siegeszug rund um die Welt angetreten hätte. Hafling gilt als Heimat der gleichnamigen kleinen, heute bis zu 1,48m grossen, blonden Rösser, die sich aus alten, lokalen Gebirgskaltblutschlägen mit orientalischen Bluteinschüssen entwickelt haben. Alle Hauptlinien der Rasse gehen auf einen gleichnamigen, halbblütigen Urenkel des im 19.Jhd. von einer österreichischen Kommission aus Arabien importierten Hengstes El Bedavi zurück, El Bedavi XXII hatte zusammen mit dem Leben in der Bergwelt bei konstanter Blutführung einen einheitlichen Typ mit unverwechselbarer Erscheinung hervorgebracht. Sein 1874 in Südtirol geborener Sohn 249 Folie war der erste eingetragene Haflinger und gilt als Stammvater der Rasse. Die robusten, leichtfuttrigen und ausserordentlich trittsicheren Gebirgspferde waren von Natur aus für die Arbeit an den steilen Berghängen geeignet und sichere Kletterer in Fels und Geröll. Sie wurden vor allem in der Landwirtschaft, vor dem Wagen oder als Saum- und Packpferde eingesetzt, waren aber auch gute Reitpferde. Nach dem Ersten Weltkrieg verlor Österreich den Distrikt Hafling, und die Zucht wurde im österreichischen Teil Tirols neu organisier. In Bozen, Venetien und der Toskana entwickelte sich eine italienische Version des Haflingers, der etwas grössere und kräftigere Avelignese, ebenfalls ein fuchsfarbenes Gebirgspferd mit Last-, Zug- und Packeinsatz und dem gleichen züchterischen Hintergrund wie beim Haflinger.
100 JAHRE LANG BERGAUF
Innerhalb von nur 100 Jahren bewies der Haflinger, was planvolle Zucht bewirken kann, und die relativ junge Rasse präsentiert sich heute wie nur wenige Kulturpferderassen mit viel Charme und derart unverkennbar in Typ und Exterieur, dass sich auch von Pferdelaien problemlos ausgemacht werden kann. Die rassetypische Fuchsfarbe verschiedener Intensität mit stets dichtem, flachsfarbenem bis weissem Langhaar ist daran natürlich nicht unbeteiligt. Die Problematik der Farnzucht wird in den Verbänden viel diskutiert. Zuzeit wird aus marktstrategischen Gründen eine hellpalomino- bis cremefarbige Grundfarbe bevorzugt, und es ist denkbar, dass sie bei einer Rasseschau zu einer besseren Platzierung des jeweiligen Pferdes beiträgt. Dennoch: Die Modetendenzen unterworfene Schönheit ist beim Hflinger immer mit Zweckmässigkeit gekoppelt. Seine Beine sind trocken mit kräftigen Gelenken, kurzen Röhren und ausgezeichneten Hufen. Typisch für Tragpferde ist der etwas lange Rücken. Ein gut markierter Widerrist und genügend Gurttiefe sind wichtige Reitpferdepoints, die schräge Schulter garantiert lange, freie und fleissige Bewegungen. Vorzüglich bemuskelt und oft gespalten, weißt die mächtige Kruppe auf das Kaltblut- und Zugpferdeerbe hin. Besonders auffällig ist der edle Kopf mit dem speziellen Haflinger- Adel: Wache, grosse Augen, weite Nüstern und kleine, lebhaft spielende Ohren verraten deutlich den arabischen Einfluss.
Weit verbreitete Versuche, arabische Hengste einzukreuzen, um sogenannte Arabohaflinger - leichtere, noch agilere Kleinpferde für den wachsenden Sport und Freizeitmarkt - zu erhalten. Ihre harten Zuchtauswahlkriterien haben die Haflingerzüchter auch ins Kreufeuer der Kritik gebracht. Viele Tierfreunde protestieren international entrüstet gegen die Schlachtung wenig qualitätsvoller Hengstfohlen. Die Fohlen zieren als reizvolle Touristenattraktion so machen alpenländischen Bauerhof, nach der erfolglosen Teinahme an einer Fohlenschau oder sogar schon eher werden sie kurzerhand abgestossen und enden meistens im Schlachthaus. Vielleicht sollten sich die Verbände noch mehr darum bemühen, dass durch die sorgfältige und kritische Auswahl möglichst qualitätsvoller Eltern auch später kastrierte Hengstfohlen Chancen auf ein langes Pferdeleben haben.
AUFZUCHT AUF DER ALM
Alle grossen alpenländischen Gestüte betreiben ihre Jungpferdeaufzucht auf Almen, wo die Pferde im Herdenverband auf dem Grasmatten zwischen den Gletschern und Gipfeln frei um herstreifen. Das rauhe Bergklima macht die Tiere hart, die dünne Luft stärkt das Herz und Lungen. Erst mit vier Jahren werden die Haflinger zur Arbeit herangezogen und Gutmütigkeit und Gelehrigkeiprädestinieren die Haflinger für den Einsatz als beliebte Familien- und Freizeitpferde, allerdings sollte man sich hüten, die Füchse als reine Kinderreitpferde abzutun, auch wenn sie auf diesem Gebiet in vielen Ställen unschätzbare Dienste leisten.
Das vielschichtige Temperament der Haflinger wird dabei oft unterschätzt: Bei höherem Araberblutanteil verblüffen sie einerseits mit recht orientalisch anmutenden Temperamentsausbrüchen, die man ihnen auf den ersten Blick gar nicht zutrauen würde, andererseits bringt ihr Kaltbluterbe nicht nur Gelassenheit, sondern bisweilen auch das Quentchen Sturheit mit, für das der Reiter eine starke Hand und entsprechende Erfahrung braucht.
Der Weg des Haflingers war steil und erfolgreich, aber steinig zugleich. Die sich immer wieder ändernden Marktanforderungen verlangen flexible
Zuchtausrichtungen, ohne das wertvolle, rassetypische Erbgut preiszugeben. Reingezogene Tiroler Haflinger zählen zu den wenigen europäischen Pferden, die seit 100 Jahren ohne fremde Blutzufuhr gezüchtet werden. Dem Haflinger kamen dabei der starke Wille und der Stolz der Tiroler Bergbauern und vieler engagierter Züchter zu Hilfe. Nur dadurch wurde es möglich, diese bodenständige , noch vor einigen Jahrzehnten unbedeutende, geografisch nur auf ein sehr kleines Gebiet beschränkte Rasse in vielen Ländern der Welt, von den USA über Brasilien und Südafrika bis Thailand und Australien, zu etablieren. Haflinger konnten in den letzten Jahren ihre Hufe erfolgreich auf alle Kontinente setzen und gehören damit zu den am meisten verbreiteten und bedeutendsten Kleinpferderassen der Welt. Besonders erwähnenswert ist der globale Einsatz von Haflingern in der Landwirtschaft sowie bei der Verbesserung lokaler Landpferdezuchten vieler gebirgiger Dritt-Welt-Länder, besonders im asiatischen Raum und auch im Himalaja auf 5000 m Höhe. Die 1968 über Indien nach Buthan importierten Pferde gaben zum Beispiel den Tibet-Ponys mehr Kaliber, verdoppelten nahezu deren Belastbarkeit und vererben Leichtfuttrigkeit sowie gesunde Konstitution ,m selbst unter widrigsten Umständen.
HAFLINGER ALS WESTERNPFERDE
Ihre enorme Vielseitigkeit beweisen Haflinger auch unterm Westernsattel. Antje Holtappel bricht in ihrem Buch <<qqGo West >> eine Lanze für den Haflinger :<< Der Haflinger ist ein Trampel, aber wenn er erst einmal begriffen hat, dass er nicht auf, sondern zwischen die Bestandteile eines Trailparcours treten soll, ist er grossartig! Er verzeiht seinem Reiter fast alles, so nach dem Motto <Was mein Reiter nicht kann, brauch ich auch nicht zu können...>>> Auch im Westernsport entwickeln sich Haflinger in den meisten Disziplinen zur ernsthaften Konkurrenz für die kassischen Westernrassen. Offene Deutsche Meisterschaften in Trail und Horsemanship haben die <<qqAlpen Quarter>> jedenfalls schon oft gewonnen. In Österreich wurden Haflinger erfolgreich im Cutting gezeigt, und wenn es ein europäisches Pferd gibt, das Gefühl für Rinder ( spricht Cow-Sense ) hat, dann sollte es doch ein Haflinger sein, der mit Kühen auf der Alm aufgewachsen ist, oder? Der italienische Westernprofi
erreichte mit seinem Haflingern schon nationale Reining Top-Scores und brachte die Rasse bis ins
nationale Futurity-Finale:
<< Ich schätze Haflinger sehr>>
Mein Haflinger Meiko ist einfach das ideale Pferd für mich .
Aufmerksam und supercool in allem, ausdauernd im Gelände und gesund - was will man mehr?>>